Gute Vorbereitung ist alles

Damit die Qualität des gefazten Werbespots stimmt, kann der Kunde schon im Vorfeld einiges tun. Wichtig sind zum Beispiel die Einstellungen der Kamera, außerdem bei der Aufnahme bereits die Berücksichtigung, dass nach dem Fazen einige Millimeter am Rand nicht mehr sichtbar sein werden. Eine getrennte Anlieferung des Tonmaterials sowie eventueller Titeleinblendungen ist sinnvoll. Dabei sollten aber die Passagen genau benannt werden, wann die Untertitel in den Film eingearbeitet werden müssen. Zum Dreh können fast alle gängigen Kameras verwendet werden. Viele Dienstleister können den Kunden genaue Vorgaben bezüglich der vorzunehmenden Einstellungen machen, wenn das Kameramodell vorher mitgeteilt wird.

Welches Bildformat angeliefert werden muss, richtet sich nach den technischen Vorgaben des Anbieters. Diese sollten im Vorfeld erfragt werden, um unnötige Nachbesserungen im Nachhinein zu verhindern. Je nach Kopierwerk muss das Bildmaterial in einer 2k oder 4k Auflösung vorliegen. Die 2k Auflösung bedeutet eine Auflösung von 2000 Pixel. Hier besteht etwas Spielraum zwischen 1828 x 988 und 2048 x 1556 Pixel. 4000 Pixel sind bei der 4k Auflösung gefordert. Hier sollte die Auflösung circa 3656 x 1976 Pixel betragen. Die Belichtung im Kopierwerk erfolgt auf elektronischem Wege für jedes Bild einzeln. Aus dem Grund sind die meisten Dienstleister darauf angewiesen, dass der Kunde das zu fazende Material nicht als Videokassette anliefert, sondern in einzelnen Bildern, die in der richtigen Reihenfolge nummeriert sein müssen. Diese Arbeit übernehmen manche Videoschnittprogramme automatisch.

Obwohl bei der Anlieferung in 2k ein Teil der Bilder nicht mehr auf dem 35 mm Film sichtbar ist, bevorzugen viele Kopierwerke Bilder in Übergröße, weil es bei zu klein geratenen Bildern leicht zu einem Flimmern der sichtbaren Kante kommen kann..

Die einzelnen Bilder sollten entweder unkomprimiert oder in einer 100 %igen jpg-Qualität abgeliefert werden. Nur beim jpg ist mit einer Komprimierung ohne Verluste zu rechnen. Weiterhin sollten bei der Anlieferung alle Bilder die gleiche Größe aufweisen.

Voraussetzung für das Fazen ist, dass alle Bilder ausschließlich Vollbildmodus haben. Sollten einige Bilder nur als Halbbilder vorliegen, müssen diese einer Umwandlung in den Vollbildmodus unterzogen werden.

Bei der Aufnahme des Films sollten manche, sonst so beliebte Einstellungen bei Videokameras keine Berücksichtigung finden. Ein Beispiel dafür ist der Körnungseffekt. Was auf einem digital abgespielten Film richtig gut aussieht, weil ein richtiger Filmeffekt erzeugt wird, kann bei der Produktion auf den 35 mm –Streifen eher hinderlich sein. Da beim Fazen ebenfalls Körnungseffekte eingesetzt werden, kann die Körnung insgesamt zu stark ausfallen, sollte der Film bereits mit Krönungseffekt aufgenommen worden sein. Auch auf Überbelichtungen sollte bei der Aufnahme besser verzichtet werden, weil überbelichtete Teile nach dem Fazen keine Zeichnung mehr aufweisen.

Die Tondatei für den späteren Kinofilm sollte separat angeliefert werden. Eine Tondatei, die aus Musik und Sprache besteht, sollte für die Produktion in Dolby Spectral Recording Qualität sollte nicht mehr als –3 dB haben. Das ist wichtig, weil die Lautstärke der hintereinander laufenden Werbespots im Kino in etwa gleich sein sollte. Eine permanente Nachregelung der Lautstärke der einzelnen Spots wäre für den Kinobetreiber viel zu aufwändig. Neben dem Lautstärkepegel sollte auch der Grad der Kompression für Musik und Sprache angeglichen werden. Der Kompressionsgrad sollte bei Musik 1:2 betragen, bei der Sprache, die aus Gründen der Verständlichkeit etwas hervorgehoben werden soll, 1:4. Für die Tondatei werden zunächst einmal Musik und Sprache getrennt aufgenommen und der entsprechenden Kompression unterzogen. Erst dann erfolgt die Zusammenführung von Musik und Sprache in den sogenannten Mastermix. Dieser wird dann nochmals einer Kompression unterzogen, die zwischen –20 und –6 dB liegen sollte. Nachdem Lautstärkespitzen auf höchstens 3 dB gelimited wurden, wird der Mastermix nochmals bearbeitet, so dass am Ende ein Lautstärkepegel zwischen –6 dB und –3 dB vorliegt.