Technik / Technisches zu FAZen

Im Bereich der Kinowerbung gibt es einige Begriffe, die sicherlich den meisten kaum bekannt oder gar völlig unbekannt sind. An dieser Stelle soll es um die Bezeichnung „fazen“ gehen. Vielleicht hat es der eine oder andere sogar schon einmal machen lassen, ohne genau zu wissen, was Fazen eigentlich ist.

Was ist Fazen?
Fazen ist die Möglichkeit, Videomaterial für Kinowerbung einzusetzen. Soll also ein Filmprojekt auf 35 mm-Ausbelichtung gebracht werden, dann kommt Fazen zum Einsatz.

Grundsätzlich sind nur Videobänder ab einer bestimmten Auflösung (wie Betacam oder DV-Video) zum Fazen geeignet. Videosysteme wie S-VHS oder Hi8 sind aufgrund ihrer Qualität eher weniger geeignet und erzielen daher meist nur zufriedenstellende bis gute Ergebnisse.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass Beta SP, M II, DVC-Pro 25, DV-Cam, DV und Digital 8 bessere Ergebnisse erreichen und D1, D5, DCT, Digi Beta, DVC-Pro 50, Digital S, Beta SX und IMX ein „sehr gut“ bekommen können. Die Qualitätsunterschiede sind allerdings in den verschiedenen Qualitätseinstufungen äußerst minimal, so dass das subjektive Empfinden nochmals hinzugerechnet werden muss.

Grundsätzlich gilt jedoch: Je besser das Original, desto besser die Kopie.

Eine besondere Herausforderung beim Fazen stellen die unterschiedlichen Filmgeschwindigkeiten dar. Bei der Vorführung im Kino wird sich die Laufzeit um etwa 4 Prozent verlängern. Ein Aspekt, der insbesondere für die Preisgestaltung bei Kinowerbung wichtig ist.

Die Filmformate /Bildformate Tape to Film (FAZ)
Aufgrund der unterschiedlichen Größenverhältnisse kann es beim Fazen zu seitlichen Bildverlusten kommen. Allerdings wird selbstverständlich das Wesentliche beim Fazen immer übertragen.

Das Videoformat 4:3 kann ohne Bildverluste im Format 1:1,33 wiedergegeben werden. Allerdings ist dies in den wenigsten Kinos möglich. Daher wird meist die Variante 1:1,66 gewählt, bei der schwarze Ränder rechts und links entstehen.

Beim Videoformat 16:9, welches einem Seitenverhältnis von 1:1,77 entspricht, kann das Format im Kino nur in 1:1,66 oder in 1:1,85 wiedergegeben werden. An den seitlichen Rändern bzw. oben und unten wird das Format in diesem Fall leicht beschnitten.

Wichtig gerade für Kinowerbespots ist die Einbeziehung des Projektions-Caches. Die Bildränder sind durch die Kinoprojektion an allen Seiten etwa um 2,5 Prozent beschnitten. Das kann sich vor allem bei Titeln und Untertiteln auswirken, wenn diese nicht richtig positioniert sind.

Vom Videotape zum Film / Cinerecording / Filmrecording
FAZen oder tape to film transfer ist nicht unbedingt geeignet für das Urlaubsvideo vom letzten Jahr, nicht aufgrund der Technik, sondern zumeist wegen der Kosten. Allerdings muss festgestellt werden, dass die Technik in den letzten Jahren um einiges besser und zugleich günstiger geworden ist.

Es ist also nicht mehr alleine den großen Unternehmen vorbehalten, ihre Filme zu fazen. Vielmehr können sich auch kleinere und mittlere Firmen diese Technik leisten. Auch wenn es sich nicht um eine Produktion wie „Hoop Dreams“ handelt, die letztendlich durch diese Technik den Weg ins Kino gefunden hat, sollte jeder möglichst immer das „perfekte“ Video drehen. Damit sind die Aufnahmen so vorbereitet, dass eine spätere 35 mm-Ausbelichtung möglich ist.